FARBE.DEPORTATION

Für das Frühjahr 2008 wurde von der EU in der Aktion “Aktive Erinnerung” das Projekt Farbe der Deportation bewilligt. In ganz Österreich wurden nur zwei Projekte akzeptiert: ein Projekt des Schlosses Hartheim und eines der Volkshochschule Hietzing. Die Deportation von Jüdinnen und Juden soll begreifbar gemacht werden, nicht als Denkmal, sondern durch die Aufforderung “Denk mal”.

Aktuell

Reisebericht 1 (mehr…)

Fahnen
Die Menschen in den ehemals von JüdInnen bewohnten Wohnungen und Häusern werden eingeladen, sich an diesem Projekt zu beteiligen und ihre Fenster mit selbst gemalten Fahnen zu kennzeichnen. Keine Fahnen im herkömmlichen Sinn – es soll nichts flattern und wehen -, sondern bloß quadratische Markierungen. Bei Teppichen gelten quadratische Muster als Zeichen gegen den bösen Blick. Gleichzeitig werden Menschen gesucht, die sich in ihren Wohnungen fotografieren lassen und die die Erinnerung an ein, zwei Ermorderte wach halten. Keine Stellvertreter, keine Tafeln – in Gedanken leben die Ermordeten weiter. Kein vermessbares Denkmal – daher auch nie vom Abriss bedroht.

Theresienstadt – Auschwitz – Riga – Litzmannstadt
In Hietzing gelebt und nach Theresienstadt, Auschwitz, Riga oder Litzmannstadt verbracht. Wir kennen die Straßen, die Nachbarschaft – die Endstationenen ihres Lebens sind bloß Namen in der Landkarte der Shoa. Diese Orte haben nicht nur eine Vergangenheit, sondern auch eine europäische Gegenwart.

Die Fahrt zu vier ausgewählten Orten erfolgt per Bahn, so wie die Deportierten in diese Orte gelangten. Diese Reisen und auch der Aufenthalt werden dokumentiert. Wir suchen nicht nur nach den Relikten, sondern nach der Vergangenheit, wir wollen die Schimären mit der Gegenwart vergleichen und konfrontieren. Die Ausstellung über den Besuch in vier Deportationsorten ermöglicht auch eine Begegnung mit Orten in Europa und mit Personen, die heute in diesen Orten leben, vorübergehend oder für immer.

Das mobile Denkmal
Ein mobiles Denkmal, das im Bezirksamt in Hietzing und in der Volkshochschule Hietzing ausgestellt wird, soll eine, wenn auch nur flüchtige, Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ermöglichen. Keine Zwangsbeglückung und auf den ersten Blick nicht identifizierbar mit einem Gedenkprojekt.
Nur wer mehr wissen will, dem erschließt sich die Geschichte.

Werbeanzeigen

Eine Antwort zu “FARBE.DEPORTATION

  1. Pingback: Herzlich willkommen auf dem Weblog der Volkshoschule-Hietzing! « WIEN-HIETZING: GESCHICHTE VOR ORT

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s